Future Stories: Bertolt Meyer I The Future is Exciting

Future Stories: Bertolt Meyer I The Future is Exciting


Also die Prothese ist auf jeden Fall ein
Teil von mir, sie ist Teil meines Körperschemas. Wenn ich träume, träume ich
mich mit Prothese und ich persönlich finde das schon ganz schön abgefahren, dass so ein Stück Technik, auch so emotional Teil von einem Selbst werden kann. Ich trage diese Prothese, weil ich ohne
den linken Unterarm zur Welt gekommen bin. Das ist eine seltene Fehlbildung. Das heißt Dysmelie und das kommt ungefähr 1x auf 100.000 Geburten vor ist auch nicht vererbbar, ist einfach Pech. Aber deswegen ist es für mich, glaube ich auch
weniger schlimm, als für jemanden der einen Arm bei einem Unfall verliert, denn
ich kenne es ja nicht anders. Für mich ist das sozusagen der Normalzustand. Ich finde es eigentlich für mich auch relativ unproblematisch. Mein Name ist Bertolt Meyer ich bin Professor für Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der TU Chemnitz. Ich mache gerade zusammen mit meinem Kollegen Frank Asbrock eine Studie darüber, wie moderne bionische Technik – bionische Prothesen, Exoskelette, solche
Dinge. Wie dass die Stereotype über Menschen mit Behinderung verändert. Die Prothese funktioniert so, dass zwei Elektroden auf dem Arm aufliegen, die
die Muskelströme von dem Muskel messen der eigentlich dafür zuständig wäre, das
fehlende Handgelenk anzuwinkeln. Zur Hand gehört auch eine App. Die App ist im Wesentlichen dafür da, die Hand zu konfigurieren. Die Hand kann insgesamt 24 verschiedene Griffmuster. Die App dient auch zur Fehlersuche und
für Firmware-Updates für die Hand. Das führt dann zum Beispiel dazu, dass die Batterie wieder länger hält. Diese Hand, das ist natürlich für mich
was mega emotionales ja. Das ist nicht einfach nur ein Gadget. Das ist ja ein Teil von mir, das bin ja auch ein Stückweit Ich. Ich bin mit der Herstellerfirma
sehr eng im Austausch und ich teste halt vor allem auch neue Features bevor sie released werden, ob das so funktioniert. Mein Hobby, meine Passion neben der Wissenschaft ist die elektronische Musik. Ich leg schon seit vielen Jahren auf und das geht eigentlich auch nur mit der Hand. Beim Auflegen zum Beispiel – den Plattenteller abbremsen, Knöpfe drücken, das geht nur wenn eine Hand hast, die einen einzelnen Finger ausstrecken kann. Eine solche tolle bionische Prothese
verdeutlicht doch, was für eine große Chance auch Digitalisierung ist und neue Technik, um für mehr Teilhabe für mehr Menschen im Alltag zu sorgen.

Danny Hutson

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