Das neue Bucerius Kunst Forum – Gespräch mit der Direktorin, Dr. Kathrin Baumstark

Das neue Bucerius Kunst Forum – Gespräch mit der Direktorin, Dr. Kathrin Baumstark


Mein Name ist Kathrin Baumstark. Ich bin
seit letzter Woche die Direktorin des Bucerius Kunst Forums und war davor
seit 2016 die Kuratorin. Dieses Haus, das für tolle kleine feine Ausstellungen steht, begeistert mich immer wieder. Dieser Slogan, den man jetzt gerade auch in Hamburg sieht, “Offen”, das steht
finde ich auch für’s Haus: Es ist offen für Hamburg, für die Hamburger, für die
Menschen und das entdeckt man schon im Eingangsbereich.
Es ist nicht mehr, wie früher, man hat nicht mehr diese engen Türen und muss gucken sondern man wird
wirklich empfangen von einer großen Treppe, die einen einlädt, zu entdecken,
Kunst zu entdecken und das finde ich einfach ganz klasse. Dafür steht das
Bucerius Kunst Forum, das finde ich auch wichtig, dass wir wirklich diese Offenheit
haben, diese Transparenz. Museen und Ausstellungshäuser müssen in die Mitte der Gesellschaft! Das finde ich sehr sehr wichtig und ich
finde es auch wichtig, mit dieser Ausstellung dazu beizutragen, Debatten
anzuregen und eben nicht so eine Exklusivität vermitteln zu wollen,
sondern wirklich dieses “Offen-für-alle”. Jeder kann Kunst für sich erleben,
wie er es möchte und das finde ich sehr sehr wichtig. Wir achten immer
noch auf diesen konzentrierten Blick, wie wir ihn hier nennen. Also auf Ausstellungen, wo man wirklich sagt: “Ja ich hab’ eine Stunde Zeit, oder zwei, und mir wird eine Geschichte
erzählt. ich werde mitgenommen und das fanden wir auch sehr wichtig. Was
natürlich für mich schön ist, wenn ich jetzt Ausstellungen kuratieren kann, dass
ich nicht mehr in diesen zwei Ebenen denken muss. Also dass ich nicht mehr
sagen muss: Wo fange ich an und wo ende ich und wie gewichte ich? Sondern
ich habe wirklich diesen leeren Raum quasi, den ich spielen kann, der aber
trotzdem ganz viel vom alten Bucerius Kunst Forum noch hat. Diese Verbindung aus neu und alt finde ich sehr spannend. Wir haben diesen Terrazzo, den gleichen, den wir von drüben kennen, wir haben die Lichtdecke alles natürlich noch moderner und die Lichtsituation selber ist natürlich modern angepasst. Wir haben auch Säulen wieder, aber eben keine Jugendstilsäulen, wie wir sie vom alten kennen. Also ohne die Mosaike, mit denen es dann doch irgendwann schwierig ist zu spielen. Also
kann ich sie in die Ausstellung integrieren? Muss ich sie einmauern? Wie
gehe ich damit um? Und jetzt sind es einfach weiße Säulen, die aber trotzdem irgendwie ja
noch eine Erinnerung haben und auch den Raum unterbrechen und spannend
machen. Sodass es eben nicht nur diese White Cube ist, sondern da wirklich eine
Architektur drin ist, die auch immer wieder anregt, Neues auszuprobieren. Weil ich glaube, was mit den neuen Räumen passiert und auch mit der neuen
Ausstellung ist, dass wir unser Spektrum einfach erweitern.
Wir waren vorher Antike bis 60er Jahre ,also Klassische
Moderne und dann noch ein bisschen darüber hinaus. Auch mit der
Ausstellung “Here we are Today”, die ja sehr zeitgenössisch ist, also die sich mit den
aktuellen Positionen der Videokunst und Fotografie beschäftigt, zeigen wir
einfach ja eine neue Sichtweise, eine ganz aktuelle Sichtweise auf die Welt
und das finde ich schön. Dass wir eben wirklich dieses Spektrum
erweitern können, ohne das alte Bucerius Kunst Forum irgendwie aufzugeben sondern
einfach nur uns steht noch mehr zur Verfügung. Wie immer von der Antike nur
eben bis heute und das macht ja Spaß!

Danny Hutson

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